Shopping Trip mit Hindernissen: Abenteuer LONDON

Bigben

Letztes Wochenende war ich mit meiner kleinen Schwester für ein Wochenende in London. Was als lustiger Shoppingtrip angedacht war, wurde dank unseres Reiseveranstalters leider zu einem chaotischen Disaster!

Bei unserem Ausflug handelte es sich um einen 1,5-tägigen Shoppingtrip, bei dem man Freitag Abend losfährt, Samstag morgens um etwa 9 Uhr in London ankommt und bis 21 Uhr Zeit hat den Tag frei zu nutzen. Anschließend würde man nachts wieder nachhause fahren. Leider hatten wir mit dem Unternehmen Nordrhein Reise- und Busservice, von dem ich an dieser Stelle ganz stark abraten möchte, nur Probleme und es war schwer den Aufenthalt zu genießen.

Freitag

„Das darf doch nicht wahr sein!“

Da meine Schwester Jessi ab Bielefeld fahren wollte und ich zwei Stunden später ab Köln dazusteigen musste, konnten wir die 1,5-tägige Reise nur in zwei einzelnen Buchungen vornehmen. Gleich bei der Bestätigungsmail hätte ich eigentlich an der Seriösität des Unternehmens zweifeln sollen, da mein Vor- und Nachname, meine Mailadresse und die Hausnummer falsch geschrieben waren. Wir hatten einen Monat im Voraus gebucht und mir wurde am Telefon und per Mail bestätigt, dass ich neben meiner Schwester sitzen würde. So weit so gut.

 

Am Tag der Abfahrt, als der Bus 1 Stunde und 20 Minuten zu spät in Bielefeld eintraf, wurde meine minderjährige Schwester beim Einsteigen nicht einmal nach der Einverständniserklärung der Eltern und den Angaben zu Ihrer Begleitperson gefragt, was höchst unverantwortlich ist und spätestens bei der Fährenüberfahrt zu Problemen geführt hätte, wie wir später herausfanden. Jedenfalls erfuhr sie beim Einstieg, dass der Bus gar nicht in Köln hält und sie saß plötzlich neben einer fremden Frau. Als ich davon erfuhr, blieb mir fast das Herz stehen. Ich rief bei einer Notfallnummer von Nordrhein an und dort sagte man mir, dass „mein“ Bus in Köln planmäßig um 22 Uhr abfährt und der andere Bus, in dem meine Schwester nun saß, ein ganz anderer war. Nach einem halben Herzinfarkt und langen Disskussionen mit dem Unternehmen, dem es egal war, dass ich schwarz auf weiß belegen konnte, dass ich mit meiner Schwester nebeneinander sitzen sollte, schlug man mir vor, ich solle doch in Düsseldorf dazusteigen. Den Bus in Köln hätte ich zeitlich gar nicht mehr bekommen und ich wollte die Reise auch keinesfalls in getrennten Bussen antreten. Mir blieb also keine andere Wahl als nach Düsseldorf zu fahren.

Glücklicherweise konnte mein Freund mich noch schnell dorthin bringen, was eine zusätzliche Strecke von 39 km bedeutete. Hochgerechnet für seine Rückfahrt am Freitag und die gleiche Strecke hin und zurück am Sonntag sind das also 156 km zusätzlich, die uns das Unternehmen verursachte! Als würde die jeweils 1-stündige Fahrt, die wir eigentlich bis nach Köln berechnet haben, nicht schon genug sein. Meine Laune war also im Keller, noch bevor der Trip begonnen hatte. Ich saß dann irgendwann tatsächlich neben meiner Schwester im gleichen Bus, aber nicht auf unseren gebuchten Plätzen Nr. 23 & 24, für die ich auch noch 8 € extra für eine Sitzplatzreservierung gezahlt hatte. Die ganze Fahrt über hatte ich extreme Magenschmerzen und konnte nur etwa zwei Stunden schlafen. Möglich, dass es vom Stress kam? Ausschließen will ich es jedenfalls nicht.

 

Samstag

„Sind wir bald da?“

Ich war also ab halb drei wach und versuchte nicht von dem Geräusch verrückt zu werden, das irgendetwas im Bus machte. Ich vermute, dass es der Bildschirm war, der ununterbrochen quitschte. Durch meine Ohrenstöpsel hindurch konnte ich es immernoch hören. Wir fuhren dann endlich um halb sechs von Calais in Frankreich mit der Fähre nach Dover. An Bord gönnte ich mir einen Tee, aß etwas und schminkte mich für unsere große Shoppingtour.

Tea     Makeup

Endlich kamen wir um 9:20 Uhr englischer Zeit in London in der Nähe des Big Ben an und wurden erneut enttäuscht. Jessi und ich hatten eine Stadtrundfahrt im Voraus gebucht, wussten aber nicht, dass diese in einem Doppeldecker von Nordrhein stattfand. Wir hatten gehofft in den typisch englischen roten Bussen durch London zu düsen, bei denen man eine viel bessere Aussicht hatte. Mir wurde jedenfalls am Telefon einen Monat vorher erzählt, dass nach der Ankunft um 9 Uhr in London eine 2-stündige Busfahrt stattfinden würde. Wie wir aber dann vor Ort erfuhren, sollte die Fahrt erst um 10 Uhr losgehen und drei Stunden dauern. Zu allem Überfluss verspätete sich dann auch noch der Reiseführer, was uns noch einmal 25 Min kostete. Wir beschlossen die Fahrt eine Weile mitzumachen, da wir hierfür schließlich jeweils 25 € gezahlt hatten.

Bei der Stadttour fuhren wir natürlich an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie St Paul’s Cathedral und dem Tower of London vorbei. Aber auch zwei Drehorte der Harry Potter Reihe konnten wir sehen: Gringotts, die Zaubererbank in der Winkelgasse und die Millenium Bridge, die von den Todessern im sechsten Teil zerstört wurde. Nach der Hälfte der Fahrt, beim Buckingham Palace, hatte man dann die Gelegenheit auszusteigen und Fotos zu machen. Wir beendeten die Tour an dieser Stelle und wollten von dort Richtung Oxford Street gehen. Es sollte jeden Moment die Wachablösung stattfinden, daher war es beinahe unmöglich durch die Menschenmasse durchzudringen. Wir mussten also einen Umweg zur Oxford Street nehmen und konnten die nächstliegende U-Bahn Station aufgrund einer großen Baustelle + Umleitung nur schwer finden, was uns erneut Zeit kostete. Für unsere Tickets mussten wir dann auch noch etwa 20 Minuten anstehen.

Als wirAkiinwonderland um halb drei bei der Bond Station ankamen, holten wir uns erst etwas im Marks & Spencer zu essen und ich kaufte mir Kosmetik im Superdrug. Anschließend gingen wir zu Victorias Secret. Überwältigt von den schönen Sachen dort und frisch einparfümiert gingen wir zur Oxford Street. Im Boots fand ich (- wer hätte es gedacht?) wieder tolle Kosmetik für mich. Als wir danach im Disney Store waren, konnte ich mich nicht satt sehen und vor allem nicht von den Alice im Wunderland Stofftieren trennen :D Ich liebe Alice im Wunderland! Nachdem wir noch eine Weile im Primark eingekauft hatten, machten wir uns auf den Weg zu King’s Cross, dem Gleis 9 3/4 aus Harry Potter. Wir schauten danach noch bei dem daneben liegenden Fanshop vorbei. Dort gab es zum Beispiel Buttons, Tassen, Zauberstäbe und Poster. Ein Traum für alle Fans.

Als wir etwas später wieder zur Bond Station fuhren, um noch weiter zu shoppen, ging auf einmal ein Alarm los. Laut einer Durchsage gäbe es einen Notfall und die ganze Station sollte evakuiert werden. Riesige Menschenmassen kamen aus der U-Bahn Station herausgestürmt und wenig später sahen wir noch einige Feuerwehrwagen die Straßen entlangbrausen. Bis heute weiß ich nicht, was dort passiert ist.

Unsere Füße taten allmählich weh, deshalb fuhren wir zu Westminster, der letzten U-Bahn Station an diesem Abend. Leider waren dort in der Nähe keine Geschäfte mehr und wir hatten noch etwas Geld übrig. Ich kaufte mir also noch etwas an einem Souvenirstand und den Rest meines Geldes verprasselte ich übrigens nachher auf der Fähre für weitere Mitbringsel. Um 21 Uhr sollten wir uns wLondon-Eyeieder am Bus treffen. Jessi und ich waren schon viel früher da und genossen den Ausblick des beleuchteten London Eye. Wir froren uns langsam schon die Gliedmaßen ab, daher fragte ich ob wir in dem Doppeldecker der andern Gruppe ein paar Minuten verweilen durften, da unser Bus wie immer zu spät kam. Auf meine Bitte wurde natürlich nicht eingegangen und 20 Minuten später kam auch endlich unser Bus an. Dafür, dass uns vorher gedroht wurde wir könnten die Fähre verpassen, wenn wir nicht um 21 Uhr da seien, finde ich es eine Frechheit, dass der Busfahrer selbst zu spät kam.

 

Sonntag

„Ich muss mal…“

Nun hieß es ab nachhause. Zu unserem Pech funktionierte die Toilette im Bus auf dem Rückweg nicht. Der Busfahrer versicherte uns gleich bei der Abfahrt, dass wir nach der Fähre auf der Strecke ab Frankreich zwei Pausen machen würden, eine davon eine halbe Stunde. Ich schaffte es eine Weile zu schlafen, da kamen wir auch schon am Hafen an. Auf der Fähre war Jessi leider total übel und wir verbrachten die ganze Fahrt abwechselnd draußen an Deck in der eisigen Kälte und drinnen, wo man zwar sitzen konnte, es aber stickig und viel zu warm war. Die Zeit schien gar nicht zu vergehen und ich hatte das Gefühl, als würde Madame mir jeden Moment vor die Füße kotzen. Zum Glück passierte das nicht und nachher im Bus schlief sie sofort ein.

Ich konnte auch eine Weile schlafen, wurde dann aber alle paar Minuten wach, weil mir die Blase drückte. Ich versuchte zum Busfahrer nach vorne zu gelangen, aber durch die ganzen schlafenden Mitfahrer, die Knie und Ellbogen in den Gang baumeln ließen, schaffte ich es nicht bis nach vorne durchzukommen. Also wartete ich. Nach insgesamt 4,5 Stunden hielt der Bus endlich! Zu meinem Entsetzen mussten wir feststellen, dass die Toilette auf dem Rasthof außer Betrieb und damit nicht betretbar war. Auf meine freundliche Bitte hin, wir könnten doch bei der nächsten Raststätte noch einmal halten, sagte man mir ich solle doch in die Büsche gehen, wir seien in etwa einer Stunde in Mönchengladbach, bei der ersten Ausstiegsstelle. Mir brachte das herzlich wenig, da uns beim Ausstieg anderer Passagiere nicht die Möglichkeit blieb irgendwo auf Toilette zu gehen, weil wir direkt weiter fuhren. Außerdem finde ich es für ein Reiseunternehmen eine Frechheit so mit seinen Gästen umzugehen, zumal uns zwei Pausen versprochen wurden und nur eine davon nach einer gefühlten Ewigkeit stattfand.

Endlich kamen wir um 8:15 Uhr in Düsseldorf an. Von dort aus sollten dann alle umsteigen in andere Busse. Davon wusste natürlich keiner etwas. Eine Gruppe, die nach Hannover musste, bekam sogar zusätzliche Tickets, um erst einmal zwei Stunden an einem Bahnhof verweilen und dann in einem anderen Fernbus weiter fahren zu können, um dann um 15 Uhr in Hannover zu sein. Für mich war die Fahrt hier glücklicherweise zuende, aber meine Schwester musste auf einen Anschlussbus warten, der (so ein Zufall aber auch!) wieder zu spät kam und uns eine halbe Stunde warten ließ. Auch meine Schwester kam irgendwann zuhause an, völlig erledigt. Nach einem Frühstück zuhause und einer wohltuenden Dusche, schlief ich fast den ganzen Sonntag durch. Ich habe mich zu allem Überfluss ja auch noch erkältet! Seit einem Jahr war ich nicht mehr krank und nun habe ich den Salat.

 

Mein Schlusswort

MugIch habe mir die ganze Sache viel schöner vorgestellt, aber von Anfang bis Ende hätte ich einfach nur kotzen können, wegen des Busunternehmens. Ich habe übrigens gestern eine Mail über eine Entschädigung in Form von Reisekostenerstattung angefordert. Immerhin sind wir 156 km mehr gefahren, + 8 € Sitzplatzreservierung und außerdem akzeptiere ich den miesen „Service“ dieses Ladens nicht. Sie werben mit günstigen Preisen und positiven Bewertungen; dabei ist es auf der Seite nicht einmal möglich eine Rezension abzugeben. Woher die positiven Bewertungen kommen, verstehe ich also nicht ganz. Auf meine sachliche, höflich formulierte Beschwerde bekam ich nur ein „????“ ohne Signatur oder ähnlichem zurück. Ich werde mich da auf jeden Fall noch mal hinter klemmen. Ich lasse mich da nicht unterbuttern ;)

Es ist schade, dass bei uns so vieles schief gegangen ist und wir so viel Zeit verloren haben. Aber wenigstens war es nicht meine erste Fahrt nach London, sodass es nicht schlimm ist, wenn wir nicht sehr viel gesehen haben. London finde ich super. Ich hoffe, dass die Sachen, die ich gekauft habe, wenigstens die stressige Fahrt wert waren und ich irgendwann über alles lachen kann. Ich werde die Tage mal meine neuen Sachen testen, aber erst mal versuche ich gesund zu werden.

Bis dahin ;)

Cab

 

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3 Gedanken zu “Shopping Trip mit Hindernissen: Abenteuer LONDON

  1. Hallo, da habt ihr ja richtig Pech gehabt. Ich hatte dieses Jahr „Glück“ und durfte durch das katastrophale Wetter einen Tag länger in London verweilen. Musste mir aber meinen „neuen“ Flug selbst buchen und das Hotelzimmer stand auch erst Nachts um halb zwei zur Verfügung. Tja, was ist schlimmer…lach. Aber für London tue ich fast alles. Wünsche dir gute Besserung und hoffentlich beim nächsten Ausflug mehr Erfolg. Liebe Grüße, britti

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      1. Ne, bestimmt nicht. Ich lasse mich von nicht abhalten, nach London hin und vor allen Dingen zurück zu kommen. Dafür bin ich ein zu großer Londonfan. Eigentlich könnte ich jeden Monat für 4 Wochen hin…hihihi.

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